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Husumer Nachrichten

GARDING Welche Rolle spielt die Zeichnung für einen Künstler? Ist sie lediglich der Entwurf für sein späteres Kunstwerk? Oder sieht er sie als autarkes Werk, das für sich selbst steht? Diesen Fragen ging die Künstlerin Monika Rathlev in ihrem anschaulichen Vortrag zur Eröffnung der Ausstellung DruckGrafik + Zeichnung im Alten Rathaus in Garding nach - und suchte selbst nach Antworten: In den zurückliegenden Jahrhunderten habe man die Zeichnung nicht ganz so wichtig genommen, sie eher als Vorbereitung für das eigentliche Kunstwerk verstanden, während sie heute einen anderen Stellenwert genieße, namhaften Künstlern der Moderne gar zu Weltruhm verholfen habe. „Und der Ursprung einer Grafik ist immer auch die Zeichnung“, sagte Rathlev: „Ich kenne keinen Grafiker, der nicht zeichnen kann.“Das spiegelt auch die aktuelle Ausstellung der Eiderstedter Kunstklima-Gruppe wieder, die Werke von 24 Künstlerinnen und Künstlern zeigt und Arbeiten mit Bleistift, Rötel, Scriptol oder Tusche, Inky- und Kohlezeichnungen neben Holz- und Linolschnitte, Frottagen, Monotypien, Collagen und Radierungen stellt.

So legt die Werkschau nicht nur ein beredtes Zeugnis von der künstlerischen Bandbreite der Kunstklima-Mitglieder ab, sondern gibt auch Einblick in die jeweiligen Künstlerpersönlichkeiten. „Zeichnen ist Erkennen und Kennenlernen, Denken und Träumen“, so Monika Rathlev. Jedes Blatt sei für zeichnende Menschen ein Erlebnis, ein Mikrokosmos, bestehend aus Chiffren und Individual-Symbolik.

Diesen Mikrokosmos der „Zeichensprache“ zu entdecken ist auch für den Betrachter eine ungemein spannende Aufgabe, wie die große Resonanz bei der Ausstellungseröffnung zeigte: Immer wieder bildeten sich Trauben von Besuchern vor den teils sehr kleinformatigen Bildern, die zum genauen Hinschauen zwingen. Einzeln oder in Gruppen gehängt, geben die Arbeiten Einblick in das individuelle Schaffen der 24 Künstler, reflektieren deren künstlerische Ansprüche, machen technische Raffinessen und Eigenheiten sichtbar.Von B wie Birgit Bock bis W wie Urte Westphal-Kolb gab es viel zu sehen und neugierig zu erforschen, lud jedes Bild den Betrachter zu eigenen Gedankenspielen einmal erschöpfend intensiv und gefühlsdicht, mal flüchtiger oder auch nur oberflächlich, je nachdem wie stark die Wirkung des Werkes ausfiel. Viele Besucher suchten auch das Gespräch mit den Künstlern, waren doch fast alle, deren Arbeiten noch bis zum 11. Mai im Alten Rathaus gezeigt werden, zur Eröffnung zugegen. Eine gute Gelegenheit, mehr über spezielle Techniken und Themen zu erfahren oder eine Antwort auf die eingangs gestellte Frage zu erhalten, welchen Stellenwert die Zeichnung für den jeweiligen Künstler hat.  

Die Ausstellung DruckGrafik + Zeichnung ist bis 11. Mai im Alten Rathaus in Garding zu sehen. Öffnungszeiten: Do-So: 15-18 Uhr, Di: 10-13 Uhr. Außerdem findet am 21. April, 18 Uhr, ein Zeichenworkshop mit Monika Rathlev und am 5. Mai der Vortrag zum Thema Linoldruck von Karin Dreyer statt.

 

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